5. Jahrestagung AK Agri-Food Geographies

5. Jahrestagung AK Agri-Food Geographies

23.-24. April 2026, Humboldt Universität Berlin

verfasst von Anika Trebbin und Mirka Erler

Die 5. Jahrestagung des Arbeitskreises Agri-Food Geographies brachte am 23. und 24. April 2026 30 Forschende an der Humboldt-Universität zu Berlin zusammen. Im Mittelpunkt der Tagung standen aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen globaler und regionaler Agrar- und Ernährungssysteme, die in wissenschaftlichen Vorträgen und intensiven Diskussionen aufgegriffen wurden. Organisiert worden war die Veranstaltung institutsübergreifend durch Prof. Elmar Kulke (Humboldt-Universität zu Berlin), Dr. Anika Trebbin (Thünen-Institut) und Dr. Mirka Erler (Universität Vechta). Insgesamt nahmen 30 Personen aus 16 universitären sowie außeruniversitären wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland und Österreich teil. Das Programm umfasste 15 wissenschaftliche Vorträge.

Teilnehmende der 5. Jahrestagung des AK Agri-Food Geographies

Im Mittelpunkt der Tagung standen Fragen der Arbeitsbedingungen und Digitalisierung in der Agrar- und Ernährungswirtschaft, der Ernährungssicherheit, der Organisation globaler Wertschöpfungsketten sowie der Umgang mit Krisen in Agrar- und Ernährungssystemen. Besonders hervorgehoben wurden nachhaltige Transformationsprozesse sowie Spannungen zwischen globalisierten und regionalen Versorgungssystemen. Dabei wurden sowohl fertige Forschungsarbeiten, als auch solche, die sich noch in der Konkretisierungsphase befanden, vorgestellt. Auch zwei Masterstudierende präsentierten ihre Abschlussarbeiten.

Die Tagung startete um 11 Uhr mit einem von Prof. Elmar Kulke geleiteten einstündigen Rundgang über den Campus Adlershof, Deutschlands größtem Wissenschafts-, Technologie- und Medienstandort. Die Tagung selbst begann nach einem gemeinsam Mittagsimbiss am Geographischen Institut der Humboldt-Universität zu Berlin mit fünf inhaltlichen Vorträgen zu Arbeitsbedingungen, Transformation und Resilienz. Daran schloss sich am Nachmittag eine lebhafte Diskussion zu Fördermöglichkeiten für Geograph*innen an, in der mögliche Mittelgeber und Förderformate – vor allem für den wissenschaftlichen Nachwuchs – angesprochen wurden. Auch wichtige inhaltliche und formelle Aspekte der Antragstellung wurden angesprochen. Daran anschließend wurde eine Idee für einen Projektantrag vorgestellt und diskutiert.

Den Abschluss des ersten Veranstaltungstages bildete die Mitgliederversammlung des Arbeitskreises „Agri-Food Geographies“. Da der Arbeitskreis keine formale Mitgliedschaft vorsieht, wurde erneut hervorgehoben, dass alle Interessierten ausdrücklich zur Teilnahme und aktiven Mitgestaltung eingeladen sind. Im Mittelpunkt der Diskussion standen unter anderem die Weiterentwicklung der Webseite sowie Möglichkeiten, die dem Arbeitskreis verbundenen Wissenschaftler*innen sichtbarer zu machen. Der E-Mail-Verteiler des Arbeitskreises umfasst derzeit 149 Personen. Künftig soll zudem die Homepage stärker zur Vernetzung beitragen: Personen, die bereits an einer Jahrestagung teilgenommen haben, können sich dort auf Wunsch listen lassen. Dazu bitte per Email an Mirka Erler (mirka.erler[at]uni-vechta.de) wenden. Darüber hinaus wurde der Sprecher*innenkreis neu gewählt. Ihm gehören nun Prof. Dr. Amelie Bernzen (Universität Vechta), Prof. Dr. Marit Rosol (Universität Würzburg), Dr. Birgit Hoinle (Universität Hohenheim), Dr. Mirka Erler (Universität Vechta), Prof. Dr. Kerstin Nolte (Thünen-Institut), Dr. Michael Spies (Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, ZALF) und Rebaz Ahmad (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt) an. Bei einem gemeinsamen Abendessen in einem nahegelegenen Restaurant ließen die Tagungsteilnehmer*innen den ersten Tag ausklingen.

Der aktuelle Sprecher:innenkreis des AK Agri-Food Geographies und Dr. Anika Trebbin (Sprecherin von 2022-25), auf dem Foto fehlen Prof. Dr. Kerstin Nolte und Dr. Birgit Hoinle

Der zweite Tag startete um 8:30 Uhr mit einem online-Keynotevortrag von Dr. Anna Sturman der Universität Sydney. Sie referierte unter dem Titel „Critical agrarian studies and the capitalist state: rethinking terrains” dazu, wie der frühkolonial-kapitalistische Staat in Aotearoa (Neuseeland) die Bedingungen für den bis heute existierenden Agrarkapitalismus schuf und konsolidierte und beleuchtete auch die heute aufgrund der intensiven Rinderhaltung bestehenden Umweltprobleme des Landes. Im Anschluss wurden in vier weiteren Sessions Arbeiten aus den Themenbereichen Ernährungsumgebungen, Nachhaltigkeitsregulierung, Ernährungssicherheit, sowie Umwelt- und Landnutzungsfragen diskutiert.

Zur nächsten Tagung des Arbeitskreises vom 8.-9. April 2027 laden Tatiana López-Julies, Alexander Follmann und Peter Dannenberg ans Geographische Institut der Universität zu Köln ein.